Sepsis erkennen. Leben retten.

Ende Dezember 2025 hatte ich eine Sepsis. Im April habe ich hier darüber geschrieben, vor allem über die Frage, was passiert, wenn ausgerechnet der Mensch ausfällt, der alle Zugänge hat. Jetzt geht es ein Stück weiter. Am 19. Oktober erzähle ich meine Geschichte in Neuendettelsau, zusammen mit anderen, die Sepsis erlebt haben.

Worum es an dem Abend geht

Das Lokale Bündnis für Familie Neuendettelsau lädt am Montag, 19. Oktober 2026, um 19:30 Uhr zu einem Vortrag mit Gespräch in den Hörsaal IV der Augustana-Hochschule ein. Zu Gast ist die Deutsche Sepsis-Hilfe e.V. Die Hochschule stellt den Hörsaal kostenfrei zur Verfügung, dafür herzlichen Dank.

Sepsis ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Rund 85.000 Menschen sterben jedes Jahr daran, statistisch alle sechs Minuten einer. Ein großer Teil dieser Todesfälle gilt als vermeidbar. Das Problem ist die Erkennung. Eine Sepsis beginnt oft wie ein gewöhnlicher Infekt, und sie wird von Betroffenen und selbst von medizinischem Personal häufig zu spät erkannt.

Ich weiß, wie das aussieht. Bei mir hieß es zuerst: „Der hat nur eine Erkältung.“ Der Rettungsdienst hat mich erst nach einer Diskussion mitgenommen. Auch im Krankenhaus war es eher Zufall, dass die Sepsis erkannt wurde. Danach lag ich im künstlichen Koma. Es folgte ein halbes Jahr, in dem ich um meine Reha kämpfen musste.

Wer berichtet

Conny Sichermann aus Heilsbronn erkrankte nach einer geplanten Operation im Krankenhaus an einer Sepsis mit septischem Schock. Sie verbrachte sechs Monate im Isolierzimmer, davon 60 Tage auf der Intensivstation. Der rechte Oberarm und der rechte Unterschenkel mussten amputiert werden, links Teile der Finger und alle Zehen, außerdem die Bauchdecke sowie Gewebe an Leisten und Flanken. Heute ist sie Vorstandsmitglied der Deutschen Sepsis-Hilfe e.V.

Dazu berichten Angehörige, wie es ist, wenn ein Familienmitglied plötzlich um sein Leben kämpft und nichts mehr so ist wie vorher.

Und ich erzähle, was meine Frau an meinem Schreibtisch vorgefunden hat, während ich im Koma lag. Wer meinen Beitrag vom April kennt, ahnt die Richtung. Es geht darum, was Familien regeln sollten, bevor jemand von heute auf morgen ausfällt.

Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht.

Woran du eine Sepsis erkennst

Eine Sepsis entsteht aus einer Infektion. Kommt zu einer Infektion eines der folgenden Zeichen hinzu, ist eine Sepsis oder ein anderer lebensbedrohlicher Zustand wahrscheinlich:

  • nie gekanntes Krankheitsgefühl
  • extreme Schmerzen
  • feucht-kalte, bläulich-fleckige Haut
  • schneller Herzschlag, Puls über 120 pro Minute
  • akute Verwirrtheit, Benommenheit, Wesensveränderung
  • Kurzatmigkeit oder Atemnot, mehr als 20 Atemzüge pro Minute
  • niedriger Blutdruck, oberer Wert unter 100

Dann nicht abwarten. Ruf die 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 an. Und frag aktiv nach: „Könnte es eine Sepsis sein?“

Auf einen Blick

  • Wann: Montag, 19. Oktober 2026, 19:30 Uhr
  • Wo: Augustana-Hochschule Neuendettelsau, Hörsaal IV, Waldstr. 11, 91564 Neuendettelsau
  • Eintritt: frei, Spende für die Deutsche Sepsis-Hilfe e.V. erbeten
  • Ablauf: Begrüßung, Vortrag und Berichte, Fragen aus dem Publikum, Ausklang
  • Veranstalter: Lokales Bündnis für Familie Neuendettelsau, zu Gast: Deutsche Sepsis-Hilfe e.V.

Zum Weitergeben

Wenn du im Verein, in der Kirchengemeinde, in der Nachbarschaft oder im Familienchat auf den Abend hinweisen möchtest, nimm gerne das Material:

Jeder, der die Warnzeichen kennt, kann im Ernstfall schneller handeln. Ich freue mich, wenn wir uns am 19. Oktober sehen.


Links und weiterführende Quellen

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